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Drahthaariger
Magyar Vizsla
FCI
- Standard Nr. 239 - 2000
URSPRUNG:
Ungarn.
PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES: 06. 04. 2000.
VERWENDUNG: Vielseitig einsetzbarer Jagdgebrauchshund, der sowohl
auf dem Feld, im Wald und im Wasser brauchbar sein muss, wobei er folgende
typische Eigenschaften besitzt.
Eigenschaften: ausgeprägter Spürsinn, festes Vorstehen, ausgezeichnetes
Apportierverhalten und zielstrebiges Verfolgen der Schwimmspur bei grosser
Wasserfreudigkeit.
Er verträgt sowohl schwieriges Gelände als auch extreme Wetterlagen.
Als leistungsfähiger Jagdgebrauchshund sind Schuss- und Wildscheue, eine
fehlende Bereitschaft zum Vorstehen bzw. zum Apportieren ebenso unerwünscht
wie die fehlende Wasserfreudigkeit.
Wegen seines problemlosen Naturells und seiner Anpassungsfähigkeit kann
er auch in Wohnungen leicht gehalten werden.
KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 7 Vorstehhunde. Sektion 1 Kontinentale
Vorstehhunde.
Mit Arbeitsprüfung (Feld- und Wasserprüfung).
KURZER GESCHICHTLICHER ABRISS:
Der Drahthaarige Ungarische Vizsla entstand durch Kreuzung des Kurzhaarigen
Ungarischen Vorstehhundes mit dem Drahthaarigen Deutschen Vorstehhund
in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts.
Seine Rassemerkmale sind denen des Kurzhaarigen Ungarischen Vorstehhundes
gleich.
ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD: Ein lebhafter, semmelgelber, trockener
und hagerer Jagdhund, dessen Körperbau robuster ist als der des kurzhaarigen
Ungarischen Vorstehhundes. Seine Erscheinung ist das Spiegelbild eines
für jeden Zweck geeigneten Vorstehhundes und lässt Ausdauer, Leistungsfähigkeit
und Anspruchslosigkeit erkennen.
WICHTIGE PROPORTIONEN: Die Körperlänge übertrifft etwas die Widerristhöhe.
Die Brustkorbtiefe beträgt etwas weniger als die Hälfte der Widerristhöhe.
Der Fang ist etwas kürzer als die Hälfte der Kopflänge.
VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN): Ein anhänglicher, leicht erziehbarer
und gelehriger, selbstbewusster Hund, der keine grobe Behandlung verträgt.
Er hält Kontakt mit seinem Führer, sucht leidenschaftlich, ist beharrlich,
verfügt über eine gute Nase und steht hervorragend vor.
KOPF
OBERKOPF:
Schädel: mäßig breit, leicht gewölbt, in der Mitte eine schwach
ausgebildete Stirnfurche aufweisend, die von dem mäßig entwickelten Hinterhauptbein
ausgeht und in Richtung des Stops verläuft. Die Augenbrauenbögen sind
mäßig entwickelt.
Stop: mäßig.
GESICHTSSCHÄDEL
Nasenschwamm: Breiter und gut entwickelter Nasenschwamm
mit möglichst weiten Nasenlöchern. Die Farbe des Nasenschwamms harmonisiert
in einem dunklen Ton mit der Farbe des Haarkleides.
Fang: Stumpf, nicht zugespitzt, mit kräftigen Kiefern, stark muskulös.
Der Nasenrücken ist gerade.
Lefzen: Straff anliegend, keine Hängebelefzung.
Kiefer / Zähne: Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen
und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne
Zwischenraum über die untere greift und die Zähne in etwa senkrecht im
Kiefer stehen; mit 42 gesunden Zähnen gemäss Zahnformel.
Backen: Kräftig, gut bemuskelt.
Augen: Leicht oval, von mittlerer Grösse. Die Lider sind gut am
Augapfel anliegend. Der Blick ist lebhaft und intelligent. Die Augenfarbe
ist braun und harmonisiert mit der Farbe des Haarkleids, wobei bevorzugt
wird, wenn die Augen möglichst dunkel sind.
Behang: Etwas hinten und mittelhoch angesetzt. Der Ohrlappen ist
fein, liegt an den Backen an und endet nach unten in einer abgerundeten
V-Form. Der Behang ist etwas kürzer als beim Kurzhaarigen Ungarischen
Vizsla.
Hals: Mittellang, in Harmonie zum Gesamtbild.
Nacken: sehr muskulös und leicht gewölbt. Straff anliegende Kehlhaut.
KÖRPER
Widerrist: Ausgeprägt und muskulös.
Rücken: Fest, gut bemuskelt, straff und gerade. Die Dornfortsätze
sollen durch Muskulatur verdeckt sein.
Lenden: Kurz, breit, straff, muskulös, gerade oder leicht gewölbt.
Übergang vom Rücken zur Lende stramm und kompakt.
Kruppe: Breit und genügend lang, nicht kurz abgeschlagen, zur
Rute hin leicht abfallend; gut bemuskelt.
Brust: Tief und breit mit gut ausgeprägter, muskulöser und mittelmäßig
gewölbter Vorbrust und möglichst weit nach hinten reichendem Brustbein.
Brustbein und Ellenbogengelenk sollen in gleicher Höhe liegen. Rippen
mäßig gewölbt. Hintere Rippen gut herabreichend.
Untere Profillinie und Bauch: In einem eleganten Bogen leicht aufgezogen
nach hinten verlaufend, straff.
RUTE: Mittelhoch angesetzt, am Ansatz kräftig, sodann sich verjüngend.
In Ländern in denen kein Kupierverbot gesetzlich vorgeschrieben ist, kann
die Rute vorsorglich für den Jagdeinsatz um ein Viertel gekürzt werden.
Sofern die Rute nicht gekürzt werden kann, reicht sie bis zum Sprunggelenk
und wird gerade bzw. leicht säbelförmig getragen. In der Bewegung wird
sie bis zur Horizontalen erhoben. Rute gut und dicht behaart.
GLIEDMASSEN
VORDERHAND: Von vorne betrachtet sind die Vorderläufe gerade und
parallel; von der Seite betrachtet senkrecht und gut unter den Körper
gestellt. Gute Knochensubstanz und starke Muskulatur.
Schultern: Schulterblatt lang, schräg und nach hinten flach anliegend.
Elastisch in der Bewegung. Kräftige, trockene Muskulatur. Gute Winkelung
zwischen Schulterblatt und Oberarm.
Oberarm: Möglichst lang und gut bemuskelt.
Ellenbogen: Am Körper anliegend, jedoch nicht angepresst, weder
auswärts noch einwärts gedreht. Gute Winkelung zwischen Oberarm und Unterarm.
Unterarm: Lang, gerade, ausreichend bemuskelt. Kräftige, nicht
grobe Knochen.
Vorderfusswurzelgelenk: Trocken, straff. Vordermittelfuss: Kurz,
nur ganz leicht schräg gestellt.
Vorderpfoten: Leicht oval, mit eng aneinanderliegenden, ausreichend
gewölbten, kräftigen Zehen. Kräftige, braune Krallen. Derbe, widerstandsfähige,
schiefergraue Ballen. Im Stand und in der Bewegung fussen die Pfoten parallel.
HINTERHAND: Allgemeines: Von hinten gesehen sind die Hinterläufe
gerade und parallel. Gute Winkelungen. Kräftige Knochen.
Oberschenkel: Lang und muskulös. Gute Winkelung zwischen Becken
und Oberschenkel.
Knie: Gute Winkelung zwischen Ober- und Unterschenkel. Unterschenkel:
Lang, muskulös und sehnig. Seine Länge entspricht beinahe der Länge des
Oberschenkels. Gute Winkelung zwischen Unterschenkel und Hintermittelfuss.
Sprunggelenk: Kräftig, trocken und sehnig, relativ niedrig gestellt.
Hintermittelfuss: Senkrecht, kurz und trocken.
Hinterpfoten: Wie die Vorderpfoten.
GANGWERK: Die typische Gangart ist ein schwungvoller, leichtfüssiger,
eleganter und raumgreifender Trab, mit viel Schub und entsprechendem Vortritt.
Während der Feldsuche ausdauernder Galopp. Der Rücken ist fest und die
obere Linie weicht von der Waagerechten nicht ab. Passgang ist unerwünscht.
HAUT: Straff anliegend, ohne Faltenbildung. Die Haut ist gut pigmentiert.
HAARKLEID
HAAR: Drahthaarig, anliegend, kräftig, dicht und glanzlos. Das Deckhaar
ist 2 bis 3 cm lang; dichte, wasserabweisende Unterwolle. Die Umrisse
des Körpers dürfen durch das längere Haarkleid nicht verdeckt werden.
Es soll durch Härte und Dichte möglichst guten Schutz gegen Wettereinflüsse
und Verletzungen bieten. Die unteren Partien der Läufe sowie der untere
Bereich von Brust und Bauch sollen kürzer, weicher und etwas dünner, der
Kopf und Behang kürzer und zugleich dunkler, jedoch nicht weich und dicht
behaart sein. Betonte Augenbrauen verdeutlichen den Stop. Dies und ein
kräftiger, nicht zu langer (2-3 cm), möglichst harter Bart an beiden Seiten
des Fanges unterstreichen den energischen Gesichtsausdruck.
An beiden Seiten des Halses befinden sich V-förmige Bürsten.
FARBE: Verschiedene Abstufungen von semmelgelb. Der Behang kann
etwas dunkler sein, sonst einheitlich in der Farbe. Rote, fahlfarbige;
bräunliche, hellgelbe oder aufgehellte Farbtöne sind unerwünscht. Ein
kleiner, weißer Fleck an der Brust oder im Bereich der Kehle, dessen Durchmesser
5 cm nicht überschreitet, sowie weiße Abzeichen an den Zehen gelten nicht
als Fehler. Die Farbe der Lefzen und der Augenlider entspricht der Farbe
des Nasenschwammes.
GRÖSSE
Widerristhöhe:
Rüden: 58 bis 64 cm.
Hündinnen: 54 bis 60 cm.
Es ist unproduktiv, die Widerristhöhe zu vergrössern. Eine mittlere Grösse
ist anzustreben.
Das statische und dynamische Gleichgewicht und die Symmetrie sind weitaus
wichtiger als die in Zentimeter gemessene Grösse.
FEHLER: Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler
angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der
Abweichung stehen sollte.
AUSSCHLIESSENDE FEHLER:
-
Grobe Abweichungen vom Geschlechtstyp.
- Untypischer
Kopf.
- Fleckiger
Nasenschwamm.
- Hängende
oder geifernde Lefzen.
- Vorbiss,
Rückbiss, Kreuzgebiss sowie alle Übergangsformen dazu.
- Fehlen
von einem Zahn oder mehrerer Zähne von den Schneidezähnen, und/oder
den Eckzähnen, und/oder den Prämolaren 2-4 und/oder den Molaren 1-2,
Fehlen von mehr als zwei PM1; die M3 werden nicht berücksichtigt.
Nicht sichtbare Zähne gelten als fehlende Zähne.
Überzählige Zähne ausserhalb der Zahnreihe.
- Wolfsrachen,
Hasenscharte.
- Hellgelbe
Augen. Stark lose Lider, Ektropium, Entropium, Distichiasis (doppelt
angelegte Wimpernreihe).
- Ausgeprägte
Wamme.
- Afterkrallen.
- Schwer
fehlerhafte Bewegung.
- Dünnes
Haar.
Fehlende Unterwolle.
Langes, weiches, seidiges, zottiges, krauses oder wolliges Haar.
Fehlende Bürste an den Läufen.
- Dunkelbraune
oder fahlgelbe Farbe; Mehrfarbigkeit, uneinheitliche Farbe;
- Weißer
Brustfleck größer als 5 cm.
- Weiße
Pfoten.
- Pigmentmangel,
sowohl an der Haut wie auch an den Augenlidern und Lefzen.
- Über-
oder Untergröße von mehr als 2 cm.
- Jede
Art von Wesensschwäche.
- N.B.:
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen,
die sich vollständig im Hodensack befinden.
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