Der Verein Ungarischer Vorstehhunde e. V. und seine Entwicklung

Vorsitzender Gerhard Delhougne
Gerhard Delhougne
Ehrenvorsitzender und
ehemaliger Präsident des VuV
für fast 10 Jahre.

Die ersten Ungarischen Vorstehhunde kamen nach dem 2. Weltkrieg mit ungarischen Emigranten und nach Beginn des Jagdtourismus ins Mutterland der Vizslas in die Bundesrepublik.

Einige wenige engagierte Hundeführer gingen das Wagnis ein, ihre Hunde bei entsprechenden Anlage- und Leistungsprüfungen vorzustellen. Obwohl hierbei teilweise beachtliche Resultate erzielt wurden, war es mit der Akzeptanz dieser Rasse zunächst äußerst problematisch.

Das freudige Temperament und die teilweise lustige Verhaltensweise der Hunde paßten überhaupt nicht in das damalige Idealbild für Vorstehhunde, die mit entsprechender Härte zu bedingungsloser und teilweise sehr demütiger Arbeit abgerichtet wurden. Mit solcher Behandlung fielen bei den Ungarischen Vorstehhunden die Prüfungsleistungen wie die jagdlichen Leistungen rapide ab.
Die Erkenntnis, daß diese Rasse leichtführig ist und entsprechende Leistungen nur bei hoher Integration des Hundes an Führer und Familie gegeben waren, wollte nicht gelingen. Dies wurde lange Zeit sogar als rassetypischer Wesensmangel angesehen. Diese Entwicklung und eine gewisse Intoleranz ergaben die Notwendigkeit, organisierte Wege zu erschließen.

Dies war also das Signal zur Gründung des VUV e.V.

Die Gründung erfolgte 1977 nach Schaffung entsprechender Grundlagen für die Zucht wie für die Prüfungen für Ungarische Vorstehhunde mit Geltungsbereich der Bundesrepublik. Die Geburtshelfer unseres Vereins waren durchweg Hundefachleute, Führer und Freunde unserer Hunderasse.

Die Initiatoren waren Heiner Berr und Josef Rauwolf. Das organisatorische Problem hieß zunächst, suchen und erfassen des vorhandenen Hundebestandes und die Auswertung der verschiedenen Zuchtlinien, um daraus Regeln und Ziele für eine eigene Zuchtordnung zu entwickeln.
Es folgte die Mitgliedschaft beim Verband für das Deutsche Hundewesen e.V (VDH) und beim Jagdgebrauchshundverband e.V., sowie auf internationaler Ebene beim FCI.
Von diesen Organisationen erhielten wir für die BRD die alleinige Zuchthoheit mit der Berechtigung zur Ausfertigung eigener Ahnentafeln.

Für die Zucht lautet das erste Ziel:
absolute Konzentration auf das Zuchtziel des rassetypischen Jagdeinsatzes.
Die Planung von Würfen, wurde nicht auf Masse, sondern auf züchterische Qualität ausgerichtet und in ihrem Umfang auf den tatsächlich gegebenen Bedarf, sprich Nachfrage, abgestimmt.

Dementsprechend wurden Welpen vorwiegend in Hände gegeben, in denen jagdlicher Einsatz gesichert war. Damit war auch eine hohe Wahrscheinlichkeit gegeben, daß diese Hunde ihren Weg über die Anlagen zu den Leistungsprüfungen gehen und damit Prüfungsergebnisse und Zucht aufeinander abgestimmt werden können.
Für die Zuchttauglichkeit wurde ferner die Vorstellung der Hunde bei der vereinseigenen Zuchtschau und eine entsprechende Bewertung vorausgesetzt. Ebenfalls ist bei uns seit Langem für die Erreichung dieses Ziels eine qualifizierte Untersuchung des Zuchttiere auf Hüftdysplasie vorgeschrieben.

Vereinsheft: Laut und EchoDie konsequente Anwendung all dieser Kriterien hat uns heute einen qualifizierten Hundebestand gebracht, der es uns ermöglicht, auf dieser Basis erfolgreich zu arbeiten.

Der Verein selbst hat sich aus seinen Anfängen als Freundeskreis sehr rasch entwickelt und eine beachtliche Entwicklung genommen. Wir haben heute in unseren Reihen mehr als 1000 Mitglieder.

Schon unmittelbar nach Gründung unseres Vereins wurde unser Mitgliederheft mit dem bezeichnungsvollen Namen "Laut + Echo" ins Leben gerufen, mit dem Ziel eines permanenten Dialogs auch in diesem Medium zwischen der Vereinsführung, Führern und Züchtern. Dieses Heft erscheint vorläufig mindestens dreimal jährlich. Alle Mitglieder des VUV erhalten es regelmäßig im Rahmen ihres Jahresbeitrags.
Seit Ende 1999 sind auch wir im Internet vertreten!

Organisatorisch gibt es mit bundesweiter Wirkung den Bundesvorstand sowie die entsprechenden Landesgruppen mit gleichem organisatorischem Aufbau.
Jede Landesgruppe besitzt die Vollausstattung mit Verbandsrichtern und Zuchtwarten. Nach unserer Satzung orientieren sich die Grenzen unserer Landesgruppen an den Wirkungsbereichen der Landesjagdverbände.

Der VUV führt im Zusammenhang mit seiner jährlichen Mitgliederversammlung seine Bundesherbstzuchtprüfung (HZP), die Josef-Rauwolf-Zuchtausleseprüfung sowie eine separate Zuchtschau durch.

Darüber hinaus führen die einzelnen Landesgruppen regionale Prüfungen (VJP, HZP, VGP) durch, schon um auf diese Weise einen möglichst hohen Prozentsatz unseres jährlichen Nachwuchses zu erfassen, was wiederum der Qualität der züchterischen Arbeit zugute kommt.

Darüber hinaus sind wir darauf bedacht, auch eine große Zahl unserer Hunde bei Prüfungen, die von anderen Zuchtvereinen veranstaltet werden, vorzustellen, schon um auf diese Weise die Objektivität der vereinseigenen Prüfungsergebnisse nachzuweisen. Auf diesem Wege sind wir heute so weit, daß es zu zahlreichen Organisationen anderer Hunderassen freundschaftliche und fast schon traditionelle Beziehungen gibt.

Den Zuchtbetrieb regelt die VUV-Zuchtordnung vom 3. September 2005.

Zuchtgrundlage bildet: aus Gesundheit, Wesen, Form, Anlagen und Leistung. Von den Zuchthunden wird eine Körung mit Mindestformwert "sehr gut" und die große Anlageprüfung, Herbst- Zucht - Prüfung (HZP) gefordert.
Wildschärfe ist ebenso gefordert! Es besteht Tätowierpflicht (auch Forderung der ZO des VDH).